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UX Audits für bestehende Produkte

Bestehende Interfaces auf Usability, Barrierefreiheit und Konsistenz prüfen, mit dokumentierten Befunden und priorisierten Empfehlungen, die direkt in die Roadmap einfließen können.

Was ein UX Audit bedeutet

Ein UX Audit ist eine strukturierte Prüfung eines digitalen Produkts durch eine erfahrene externe Designerin. Er identifiziert Friction Points, Inkonsistenzen, Barrierefreiheits-Lücken und verpasste Chancen – und überführt sie in eine konkrete Liste von Empfehlungen, sortiert nach Wirkung und Aufwand.

Ein Audit ist nicht dazu da, zu kritisieren. Er soll einem Produktteam einen klaren, priorisierten Überblick geben: Was sollte gefixt werden, was bleibt liegen, worüber muss tiefer nachgedacht werden. Die meisten Teams wissen, dass ihr Produkt Probleme hat. Ein Audit macht diese Probleme spezifisch genug, um sie anzugehen.

Auditiert werden Web-Anwendungen, mobile Apps und Enterprise-Software. Das Ergebnis ist ein schriftlicher Bericht mit Screenshots, Annotationen und priorisierten Empfehlungen – formatiert für die direkte Nutzung in Design- und Engineering-Planung.

Wann ein UX Audit passt

  • Ein Produkt ist live, aber Engagement, Conversion oder Retention liegen unter den Erwartungen
  • Ein Team vermutet Usability-Probleme, kann sie aber nicht präzise benennen
  • Barrierefreiheit muss vor einem Release oder einem Vertrag geprüft werden
  • Stakeholder sind uneinig, was zuerst gefixt werden soll, und eine neutrale Perspektive hilft
  • Ein Redesign ist geplant und der aktuelle Zustand muss dokumentiert werden
  • Das Team ist zu nah am Produkt, um es mit frischen Augen zu sehen

Nicht das richtige Engagement, wenn die Frage lautet „Sollte dieses Produkt überhaupt existieren?" – das braucht Strategie, kein Audit. Und nicht das richtige Engagement, wenn noch nichts gebaut ist – in dem Fall sind Prototyping oder Research der bessere Startpunkt.

Was enthalten ist

  • Executive Summary mit den drei bis fünf wichtigsten Prioritäten
  • Detaillierte Befunde, sortiert nach Bereich oder User Flow
  • Screenshots mit Annotationen, die konkrete Probleme markieren
  • Schweregrad-Einstufung (Blocker, Major, Minor) pro Befund
  • Empfohlene nächste Schritte mit groben Aufwandseinschätzungen
  • Barrierefreiheits-Befunde nach WCAG 2.2 oder BITV 2.0 auf Anfrage
  • Optional: Review-Meeting mit dem Team, um Befunde zu besprechen

UX-Audit-Checkliste: was ich prüfe

Jeder Audit folgt einer festen Checkliste, die ich je nach Produkt gewichte. Diese Punkte gehören immer dazu:

  • Orientierung: Ist auf jedem Screen klar, wo man ist, was hier möglich ist und wie es weitergeht?
  • Informationshierarchie: Steht das Wichtige vorne, oder ist alles gleich laut?
  • Wege und Navigation: Wie viele Schritte braucht die häufigste Aufgabe, und wo gibt es Umwege?
  • Sprache: Spricht das Interface die Sprache der Nutzer:innen oder die der Organisation?
  • Formulare und Eingaben: Gibt es sinnvolle Vorbelegungen, verständliche Pflichtfelder und hilfreiche Fehlermeldungen?
  • Feedback und Systemstatus: Erfahren Nutzer:innen, was gerade passiert und ob eine Aktion geklappt hat?
  • Konsistenz: Verhalten sich gleiche Elemente überall gleich, und folgt das Produkt seinem eigenen Design-System?
  • Fehlervermeidung: Lassen sich Fehler verhindern, und lassen sie sich rückgängig machen?
  • Barrierefreiheit: Kontraste, Tastaturbedienung, Screenreader, Fokus und Zielgrößen nach WCAG 2.2
  • Mobile Nutzung: Funktioniert die Kernaufgabe auch auf dem Smartphone?
  • Vertrauen und Datenschutz: Ist nachvollziehbar, was mit Daten passiert?
  • KI-Funktionen: Ist erkennbar, was die KI tut, wie sicher sie ist und wie sich ein Ergebnis korrigieren lässt?

Grundlage sind Nielsens zehn Usability-Heuristiken, die Dialogprinzipien nach ISO 9241-110 und WCAG 2.2, ergänzt um eine Flow-Analyse für die wichtigsten Aufgaben. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der UX Audit der ELSTER-Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Wie der Prozess abläuft

Ein typisches UX Audit läuft über zwei Wochen:

  1. Scoping-Gespräch (ein bis zwei Stunden): Klärung des Produkts, der Zielgruppe, der Ziele und der Audit-Schwerpunkte.
  2. Analysephase (drei bis fünf Tage): systematische Prüfung entlang der Checkliste, zuerst die wichtigsten User Flows, dann das Produkt in der Breite. Wo es sinnvoll ist, läuft parallel ein agentengestützter Audit, dessen Befunde ich prüfe und gewichte.
  3. Synthese und Priorisierung (zwei bis drei Tage): Befunde werden organisiert, gewichtet und ausgearbeitet.
  4. Übergabe (halber Tag): schriftlicher Bericht geliefert, optional ein Meeting zur Durchsprache.

Für kleinere Produkte oder fokussierte Audits reicht eine Woche. Für komplexe Enterprise-Software können drei Wochen angemessen sein.

Warum eine Freelancerin und keine Agentur

Bei einem Audit durch mich spricht das Team von Anfang bis Ende mit derselben Person, die auch prüft und den Bericht schreibt. Es gibt kein Pitch-Team, das den Auftrag nach dem Zuschlag an Junior-Kolleg:innen weitergibt, und keine internen Abstimmungsrunden, die in die Rechnung wandern.

Mehr als zwanzig Jahre Erfahrung mit Produkten aus Telekommunikation, öffentlichem Sektor, Healthcare und Mobilität fließen direkt in die Befunde ein. Ich arbeite von Berlin aus, vor Ort oder remote, auf Deutsch und Englisch.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein UX Audit?

UX Audits werden als Festpreis-Pakete angeboten, abgestimmt auf die Produkt-Komplexität. Ein fokussierter Audit (ein einzelner Flow, mobile App, einfaches Web-Produkt) beginnt im unteren vierstelligen Bereich. Ein vollständiger Audit eines komplexen Enterprise-Produkts liegt höher. Konkretes Angebot nach dem Scoping-Gespräch.

Wird während des Audits mit echten Nutzer:innen getestet?

Nicht als Teil eines Standard-Audits. Ein Audit ist eine Expert:innen-Review auf Basis von UX-Heuristiken, Barrierefreiheits-Standards und Mustererkennung aus zwei Jahrzehnten Praxis. Falls auch Nutzer:innen-Research nötig ist, kann er als separates Engagement ergänzt werden.

Kann speziell Barrierefreiheit auditiert werden?

Ja. Barrierefreiheits-Audits gegen WCAG 2.2 (Level AA), BITV 2.0 und die Anforderungen des BFSG sind Teil des Standard-Angebots. Für Produkte aus dem öffentlichen Sektor, für Angebote an Verbraucher:innen und für regulierte Branchen ist das oft der primäre Fokus.

Wie detailliert sind die Empfehlungen?

Spezifisch genug, um direkt zu handeln. Jeder Befund enthält, was das Problem ist, warum es zählt und was zu tun ist. Bei komplexen Issues sind alternative Lösungen mit ihren Trade-offs eingeschlossen. Der Bericht soll direkt in Design- und Engineering-Planung nutzbar sein – kein vager Vorschlagskatalog.

Was, wenn wir mit manchen Befunden nicht einverstanden sind?

Das passiert und ist hilfreich. Ein Audit ist ein Ausgangspunkt für Gespräche, kein Urteil. Befunde kommen mit Begründungen, sodass das Team entscheiden kann: handeln, verschieben oder den Trade-off akzeptieren. Empfehlungen kommen vom Audit, Entscheidungen trifft das Team.

Kann der Audit nur einen Teil des Produkts abdecken?

Ja. Fokussierte Audits auf bestimmte Flows (Onboarding, Checkout, Settings) oder bestimmte Aspekte (Barrierefreiheit, Mobile, Navigation) sind häufig. Das Scoping-Gespräch klärt, was sinnvoll für Budget und Team-Prioritäten ist.

Wird nach dem Audit auch das Redesign übernommen?

Wenn gewünscht, ja. Viele Engagements gehen nach dem Audit in eine Konzept- oder Redesign-Phase über. Aber der Audit selbst steht für sich – das Team kann die Befunde intern, mit einer anderen Agentur oder weiter mit mir umsetzen.

Wie wird mit vertraulichen oder sensiblen Produkten umgegangen?

NDAs sind Standard. Für Produkte mit strenger Datenvertraulichkeit kann der Audit vor Ort oder mit anonymisiertem Zugang erfolgen. Für öffentliche-Sektor-Produkte besteht langjährige Erfahrung mit den Beschaffungs- und Vertraulichkeitsanforderungen, die dazugehören.

Einen Audit in Betracht gezogen?

30-minütiges Gespräch, um das Produkt zu besprechen und zu klären, ob ein Audit der richtige nächste Schritt wäre.

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